FAQs zur Preiserhöhung in den Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks Bonn am 01.10.2018

Wie finanziert sich das Studierendenwerk Bonn?

Die Finanzierung des Studierendenwerks Bonn beruht im Wesentlichen auf drei Säulen:

  • selbst erwirtschaftete Einnahmen, d. h. Umsatzerlöse in den Mensen und Cafeterien sowie Mieterlöse in den Wohnheimen,
  • Sozialbeiträge der Studierenden und
  • staatliche Zuschüsse.

Die staatlichen Zuschüsse teilen sich auf in:

  • Allgemeine Landeszuschüsse zum laufenden Betrieb der Mensen,
  • Sonstige Zuschüsse zum Betrieb der Kindertageseinrichtungen sowie
  • eine Aufwandserstattung für die Förderungsverwaltung.

Der Sozialbeitrag der Studierenden beträgt 97 Euro pro Semester (Stand: 2018)

Erwirtschaftet das Studierendenwerk Gewinne?

Nein. Das Studierendenwerk Bonn ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und als gemeinnützig anerkannt. Unsere Handlungsgrundlage ist das Studierendenwerksgesetz NRW. Demnach (§ 1 StwG NRW) erbringen wir für die Studierenden Dienstleistungen auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet insbesondere durch die Errichtung, Bereitstellung und Unterhaltung von wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen. Das sind im Wesentlichen Mensen, Cafeterien und Wohnheime. Sämtliche von uns gemachten Einnahmen dienen diesem Zweck.

Wie wirtschaftet das Studierendenwerk Bonn?

Gemäß §11 Absatz 1 StwG NRW bestimmen sich die Wirtschaftsführung und das Rechnungswesen der Studierendenwerke nach kaufmännischen Grundsätzen. Wirtschaftsbetriebe und Wohnheime sind so zu führen, dass die Einnahmen (§ 12 Absatz 1) die Gesamtkosten unter Beachtung der Grundsätze der Wirtschaftlichkeit bei Gewinnverzicht decken; es ist eine angemessene Rücklage zu bilden.

Wie werden die Preise in der Mensa kalkuliert?

Die Preise in der Mensa orientieren sich an sozialen, d.h. bedarfswirtschaftlichen Grundsätzen. Jeder Studierende soll sich täglich ein warmes Mittagessen leisten können. Grundsätzlich zahlt der studentische Gast nur den Wareneinsatz und einen Teil der Personal- bzw. sonstigen Zubereitungskosten. Der übrige Kostenanteil wird subventioniert. 

Dabei ist ein Teil des Mensaangebots relativ stark subventioniert, etwa die sog. Hauptkomponenten, die Beilagen, die Salatbar und der Eintopf.

Die so genannten Aktionsgerichte sind auskömmlicher kalkuliert, aber immer noch subventioniert (beim Studierenden).

Drei Beispiele der Preiskalkulation

Folgende Beispiele verdeutlichen, wie die Mensapreise kalkuliert werden:

Gericht

Wareineinsatz

Preis laut Vollkostenrechnung (kostendeckend, ohne Gewinn)

alter Preis

neuer Preis ab 01.10.2018

Frühlingsrolle mit Sojasauce süß-sauer

0,71 €

2,67 €

1,45 €

1,75 €

Linseneintopf

0,38 €

1,20 €

1,00 €

1,00 €

Ente à l'orange mit Brokkoli und Kroketten 

2,81 €

8,61 €

4,20 €

4,60 €

Aus diesen Beispielen wird ersichtlich, dass eine Mensa keinen Gewinn macht. Die erhobenen Preise liegen unter der Vollkostenrechnung und decken nur den Wareneinsatz sowie einen Teil der Personal- bzw. sonstigen Zubereitungskosten. Die entstandenen Defizite werden durch andere Einnahmen, wie z. B. die Sozialbeiträge der Studierenden ausgeglichen.

Warum eine Preiserhöhung?

Die Kosten, insbesondere für Personal, steigen jedes Jahr kontinuierlich. Allein zwischen 2011 und 2017 stiegen die Personalkosten im Studierendenwerk Bonn um rund 28 Prozent (TVöD – Tarifvertrag öffentlicher Dienst). Die staatlichen Zuschüsse für die Mensa sind hingegen seit über 20 Jahren unverändert geblieben. Nach drei Jahren weitgehender Preisstabilität (2015 wurden nur die Komponenten angepasst) war es an der Zeit, die Preisstruktur insgesamt zu überprüfen und anzupassen.

Wie stark steigen die Preise?

Die Hauptkomponenten steigen für die Studierenden jeweils zwischen 10 und 20 Cent an. Die Beilagen haben wir jeweils um 10 Cent angehoben. Das heißt, der Studierende zahlt im Durchschnitt für ein Menü 40 Cent mehr pro Tag – je nach individueller Auswahl. Allerdings bleibt der Preis für den Eintopf unverändert und kostet für die Studierenden weiterhin nur 1,- €.Die Bediensteten werden im Durchschnitt um 70 Cent mehr pro Tag an den gestiegenen Kosten beteiligt.

Macht eine Mensa Gewinn?

Nein. Die Einnahmen der Hochschulgastronomie decken – auch nach der Preiserhöhung – bei Weitem nicht die entstandenen Kosten für Personal, Wareneinsatz, Gebäude, Energie, Instandhaltung etc. Das ist politisch auch nicht gewollt. Das weiterhin bestehende Defizit wird durch andere Einnahmen u.a. durch die Sozialbeiträge der Studierenden ausgeglichen.

Letztes Update dieser Seite: 24.09.2018
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