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07.02.2018

20 Jahre StudNet – Highspeedsurfen im Studentenwohnheim

StudNet – das eigene Glasfasernetz des Studierendenwerks Bonn feiert Jubiläum. Rund 70 km Glasfasernetz sind im Stadtgebiet Bonn verlegt. In Kooperation mit der Universität Bonn sind auch Forschungseinrichtungen angeschlossen. Studierende surfen mit Gigabit-Geschwindigkeit deutlich schneller als moderne VDSL-Anschlüsse.


Sorgen für das beste Netz in den Wohnheimen des Studierendenwerks Bonn: Torge Szczepanek am zentralen Server von StudNet, wo sämtliche Glasfaserleitungen aus dem Stadtgebiet zusammenlaufen. [Foto: Benjamin Westhoff/Studierendenwerk Bonn]

Bonn, im Februar 2018. Vor genau 20 Jahren begann in Tannenbusch eine neue Zeitrechnung. Als eines der ersten Studentenwohnheime in Deutschland wurde Tabu II mit einem hausinternen Netz ausgestattet und über die Universität Bonn ans Internet angeschlossen. Mit für damalige Verhältnisse unglaublichen 10 Megabit pro Sekunde surften Studenten bereits Ende 1997 auf dem Niveau von heutigen DSL-Anschlüssen. In Privathaushalte zogen zu der Zeit analoge Modems mit einer Geschwindigkeit von 56 Kilobit pro Sekunde ein und ISDN-Anschlüsse waren für Studenten nahezu unbezahlbar.

Doch zurück zum Anfang. Denn da herrschte Funkstille. Die Haustelefone im Studentenwohnheim Tannenbusch II waren kaputt, die interne Kommunikation der 600 Bewohner unterbrochen. Statt sie zu reparieren, kamen einige Bewohner auf die Idee, sich hausintern zu vernetzen und ans Internet anzuschließen - im Jahr 1997 ein geradezu revolutionärer Gedanke. Denn das „Internet“ gab es außerhalb von universitären und Forschungseinrichtungen faktisch noch nicht. Der Physikstudent Torge Szczepanek überzeugte gemeinsam mit einigen Kommilitonen das Studentenwerk Bonn, in die neue Technik zu investieren. Immerhin waren anfangs knapp 500.000 Mark nötig. Eine Umlage über die Miete wurde vereinbart.

„Dazu befragten wir unsere Kommilitonen. Über 70 Prozent der Bewohner erklärten sich mit einer Mieterhöhung von 15 DM einverstanden, wenn dafür ein vernünftiges Netz errichtet würde,“ erinnert sich Szczepanek, mittlerweile promovierter Physiker und Geschäftsführer der Cygnus Networks GmbH mit Sitz in Bonn, an die entscheidende Hürde. Mit seiner Firma betreut er bis heute das gesamte Netz.

Realisiert wurde die Internetverbindung dann zunächst über eine vier Kilometer lange optische Richtfunkstrecke zwischen dem Meteorologischen Institut in Endenich und Tannenbusch. „Die Richtfunkantennen wurden auf den Dächern der beiden Wohnheime Ulrich-Haberland-Haus in Endenich und auf dem Dach unseres Wohnheims installiert“, so Szczepanek. Die sehr viel teurere Erdverkabelung folgte schrittweise. Dazu schloss das Studierendenwerk Bonn mit der Universität Bonn und der Stadt eine Kooperation zur Verlegung eines eigenen Glasfasernetzes. Nach und nach konnten so sämtliche 35 Wohnheime des Studierendenwerks Bonn am so genannten StudNet angeschlossen werden und die Universität Bonn band über Bonnet ihre Institute ein. Über vier Millionen Euro wurden investiert.

Die Studenten in den Wohnheimen des Studierendenwerks Bonn surfen seit über zehn Jahren bereits mit Gigabit-Geschwindigkeit, wovon private Haushalte nur träumen können. Das bedeutet jeweils 1.000 Megabit pro Sekunde sowohl für den Up- als auch für den Down-Load. Die gesamte Netz- und Serverinfrastruktur wird vom Studierendenwerk in Kooperation mit der Universität betrieben. Jedes Wohnheim stellt innerhalb der studentischen Selbstverwaltung Netzmentoren, die den neuen Mitbewohnern in allen Fragen rund ums Netz helfen.

Und das gemeinsame Netz wächst noch weiter: „StudNet und Bonnet versorgen nicht nur nahezu alle Einrichtungen des Studierendenwerks Bonn sowie der Universität, sondern auch Forschungseinrichtungen, wie die Max-Planck-Gesellschaft, der Verein Deutsches Forschungsnetz oder Caesar, profitieren vom superschnellen Glasfasernetz“, sagt Szczepank. Aktuell ist die Anbindung des Versuchsgutes Klein-Altendorf in Planung.

Dr. Torge Szczepanek (42) ist Gründer und Geschäftsführer der Cygnus Networks GmbH (Bonn). Er hat als Student und Bewohner von Tabu II das StudNet mitinitiiert und betreut es bis heute mit seiner Firma im Auftrag der Kooperationspartner Studierendenwerk Bonn und Universität Bonn.


[Geschichte von StudNet – ein Überblick]
1994  Im Wohnheim Tabu II gründen Studierende eine Netzwerkgruppe
1997  Tabu II erhält als erstes Wohnheim über eine optische Richtfunkstrecke Internetanschluss (Bandbreite beträgt 10 Megabit – 200 Mal schneller als die damaligen Modems leiten konnten)
1999  Studierendenwerk Bonn beschließt, in Kooperation mit der Stadt Bonn und der Universität Bonn, eigene Glasfaserleitungen zu verlegen
2000  Aufrüstung der Bandbreite auf 100 Megabit/s
2006-2008  Aufrüstung der Bandbreite auf 1.000 Megabit/s (1 GBit)


Bild: 
Sorgen für das beste Netz in den Wohnheimen des Studierendenwerks Bonn: Torge Szczepanek am zentralen Server von StudNet, wo sämtliche Glasfaserleitungen aus dem Stadtgebiet zusammenlaufen. [Foto: Benjamin Westhoff/Studierendenwerk Bonn]


Pressekontakt:
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Über das Studierendenwerk Bonn
Im Jahr 1919 als Verein Studentenwohl e.V. gegründet, gehört das Studierendenwerk Bonn zu den ältesten seiner Art in Deutschland. Es erbringt vielfältige Dienstleistungen auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet für die Studierenden der Universität Bonn sowie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dazu zählt der Betrieb von 18 gastronomischen Einrichtungen (Mensen und Cafés), von 35 Studentenwohnanlagen mit derzeit rund 3.700 Plätzen und von fünf Kindertageseinrichtungen. Das Studierendenwerk ist Amt für Ausbildungsförderung und setzt das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) im Hochschulstandort Bonn/Rhein-Sieg verantwortlich um. Darüber hinaus bietet es eine psychotherapeutische Beratung an und unterstützt aktiv internationale Studierende. Das Studierendenwerk Bonn ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR).


Letztes Update dieser Seite: 05.06.2014
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